Spätzle

11. Dezember 2011 - 1 Kommentar

Rezept: Spätzle

“Dia Denger miaßat schwemma”

So oder so ähnlich könnte die Bestellung eines Schwaben im Restaurant klingen, wenn als Beilage Spätzle gereicht werden sollen und die Dunkle Soße ebenfalls nicht zu kurz kommen darf. Generell gelten die Schwaben ja als sehr sparsam, doch wenn es um gutes Essen geht – und speziell um Spätzle mit Soß – darf nicht gespart werden.

Man muss aber auch sagen, dass selbst hier etwas von der Sparsamkeit zu spüren ist. Bin ich z.B. mit meinen Kollegen unterwegs zum Essen, merkt man schon am Essverhalten wer Schwabe ist und wer nicht. Bleibt nach dem Essen noch etwas auf dem Teller übrig und die Person sagt “boah, ich kann nicht mehr”, ist sie entweder kein Schwabe, oder dessen nicht würdig. Denn ein richtiger Schwabe, der die Sparsamkeit im Blut hat und schon mit der Muttermilch zu sich nahm, würde zwar auch “boah, ich kann nicht mehr” sagen, hat aber zu diesem Zeitpunkt, obwohl er schon länger ein Sättigungsgefühl verspürt, den Teller leer und zusätzlich noch mit einem Stück Brot die restliche Soße aufgesogen.

Man wird auch selten einen Schwaben sehen, der sich nicht darüber wundert, wenn beim Tischgedeck der Soßenlöffel fehlt und nur Messer & Gabel bereitliegen. Dieser wird natürlich nachbestellt oder zumindest der Suppenlöffel zurückgehalten, wenn der Suppenteller abgeräumt wird. Ich muss immer wieder schmunzeln, wenn ein Kellner diesbezüglich irritiert und verdattert zum nächsten Gast geht und unter Umständen dort dieselbe Antwort bekommt: “Den brauch i nochär no fir’d Soß”

Woran erkennt man Schwaben (bei Tisch)?
Auf diese Frage werdet ihr in Zukunft immer eine Antwort haben :-)

So, nun aber zu den Spätzle, über die es in diesem Artikel eigentlich gehen sollte.

Es gibt viele Arten bzw. Formen von Spätzle, die bei deren Herstellung mithilfe verschiedener Gerätschaften entstehen. So werden es Spätzle wenn man sie mit dem klassischen Spätzlebrett schabt oder mit der Spätzlepresse in das kochende Wasser drückt. Andere Formen und Namen, wie z.B. Knöpfle entstehen, wenn man den Spätzleteig mit einem Spätzlehobel in das Wasser tropfen lässt.

Es gibt durchaus Leute, die mit dem Brett genauso gleichmäßige Spätzle hinbekommen wie mit einer Presse, dies bedarf jedoch sehr viel Übung. Ich habe zu Hause sowohl das Brett als auch die Presse und komme mit beiden gut zurecht. Am liebsten verwende ich jedoch die Spätzlepresse, da es mit Dieser am schnellsten geht und die Spätzle einfach gleichmäßiger werden. Mit was man am liebsten arbeitet ist aber jedem selbst überlassen.

Wo man jedoch nicht viel Variationsmöglichkeiten hat und seine Vorlieben ausleben darf, ist der Spätzlesteig. In diesen dürfen nämlich nur folgende Zutaten:

  • Eier
  • Mehl
  • Wasser
  • Salz

Milch oder Butter hat in den Spätzle nichts zu suchen.

Noch besser werden die Spätzle, wenn man das Wasser komplett durch Eier ersetzt. Die Spätzle stocken dadurch schneller und sind bissfester. Ich persönlich mag etwas Muskat in den Spätzle (hier kann man ja mal eine Ausnahme von der Regel machen :-))

Als Faustregel gilt:

  • 1 Ei pro Person plus 1 Ei auf die Gesamtmasse
  • Pro Ei kann der Spätzleteig ca. 50g Mehl aufnehmen, je nachdem ob Wasser hinzugefügt wird
  • Pro Ei sollte es ca. 1/2 gestrichener Teelöffel Salz sein. Also ein gestr. TL bei zwei Personen

Da jedoch jedes Ei unterschiedlich groß ist, sollte diese Faustregel nicht so genau genommen werden. Das Mehl sollte nicht abgewogen werden, sondern nach und nach zum Teig gegeben werden. Das ist so eine Gefühlssache.

Folgende Diashow zeigt, wie ich bei der Herstellung der Spätzle vorgehe.

[slideshow]

 

In einem weiteren Artikel beschreibe ich, wie, aus den hier gefertigten Spätzle, Kässpätzle entstehen und was man dabei beachten sollte.

Sodele, nun wünsche ich euch viel Spaß beim Nachmachen und vor allem einen guten Appetit ;-)



  • http://www.facebook.com/kochschwabe Kochschwabe

    Leut, essat Spätzle, dass'r au groß ond stark werdet