Caesar Salad

26. Januar 2012 - Keine Kommentare

Rezept: Caesar Salad

“Caesar Salad? Das ist doch der eine leckere Salat beim Italiener, mit den leckeren Putenstreifen drauf, gell?”

Och mensch, Leute. Bitte nicht schon wieder!

Nur weil die meisten mittelklasse Restaurants und Bistros meinen, sie könnten ihren labbrigen Salat mit “Caesar Salad” betiteln, indem sie einen x-beliebigen Salat hernehmen und ein paar Putenstreifen drauf knallen, heißt das noch lange nicht, dass es sich dabei um Caesar Salad handelt. Die meisten von euch werden jetzt wahrscheinlich vom Glauben abfallen, wenn ich das sage. Aber, Caesar Salad hat erstmal rein garnichts mit Putenstreifen zu tun!

Cesare Cardini, der Erfinder des Caesar Dressings würde heute wahrscheinlich selbst vom Glauben abfallen, wenn er sehen könnte, welche Schindluder mit seinem genialen Dressing getrieben werden. Klar gibt es eine Variante des Caesar Salad’s, bei der mit gebratener Geflügelbrust ergänzt wird. Es steht auch nicht zur Debatte, ob diese Variante noch leckerer ist, als der original Caesar Salad. Das ist sie nämlich auf jeden Fall! Allerdings finde ich es etwas schade, dass dieser geniale Salat grundsätzlich mit Putenstreifen in Verbindung gebracht wird. Die Unwissenheit der Genießer lässt den Gastronomen hierbei freie Bahn, einen verfälschten Salat, teuer anzubieten, nur weil er in der Karte als “Caesar Salad” steht.

Ich möchte euch mal eine Geschichte erzählen. Diese Geschichte ist auch verantwortlich dafür, dass ich diesen Artikel überhaupt schreibe.

Aaaaalso, es war einmal an einer Fete, zu der ich einen Salat mitbrachte. Richtig, es war ein Caesar Salad (damals waren allerdings noch gebratene Speckwürfel im Salat. War echt sehr lecker). Als die Gäste vom Salat probierten, fingen alle an diesen “unbekannten” Salat zu loben. “Au, Jens, do hosch abr an läggara Salat dr’bei. Kaaahsch mr do mol s’Rezäpt geäh” – oder so ähnlich. Als ich dann erklärte, dass es sich dabei um einen ganz einfachen Caesar Salad handelt, kam plötzlich aus 3 Ecken “Ja, aber do fählad doch dia Putastreifa!”….. no comment. Deshalb bin ich ja zur Aufklärung da :-)

So, jetzt aber zum Rezept.

Im Prinzip besteht das Dressing aus einer Mayonnaise, bei der als Öl Olivenöl verwendet wird. Als Cesare Cardini damals in seinem überfüllten Restaurant verzweifelt versucht hat, ein Salatdressing aus den noch vorhandenen Zutaten zu zaubern, hatte er wohl nur noch Olivenöl vorrätig. Auch Sardellen hatte er wahrscheinlich noch zu genüge da, sonst hätten die es wohl auch nicht so leicht in ein weltweit bekanntes Dressing geschafft. Dass sich im Dressing auch Worcestershiresauce tummelt, kann ich mir nicht erklären. Wahrscheinlich war sie damals sehr verbreitet im Einsatz. So, wie heute M**gi oder ähnliche Schummelprodukte. Aber egal, wenn im Original eine Zaubersoße enthalten ist, dann sollte sie auch in euer Dressing. Die Soße findet ihr übrigens in jedem gut sortierten Supermarkt, allerdings unter dem Namen Worcestersauce. Worcestershiresauce ist wohl nur dem, aus England stammenden, Originalprodukt vorbehalten.

Zutaten für 4 Portionen

  • Prise Salz
  • Prise Pfeffer, frisch gemahlen
  • 2 EL Essig
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1 Knoblauchzehe, zerdrückt
  • 1/2 TL Senf
  • 1 TL Worcestersauce
  • 2 Sardellenfilets, feingehackt
  • 1 Eigelb
  • 125 ml Olivenöl
  • 1-2 Romana-Salate (Salatherzen)
  • optional Speck
  • 50 g Parmesan, ich persönlich stehe mehr auf Pecorino
  • 100g Toastbrot, gewürfelt und in Öl mit ner Zehe Knoblauch geröstet

Bauplan

  1. Wenn ihr gerne Speck im Salat habt, könnt ihr diesen in einer Pfanne schonmal auslassen, während ihr das Dressing zubereitet
  2. Salz, Pfeffer, Essig, Zitronensaft, Knoblauch, Senf, Worcestersauce, Sardellenfilets und Eigelb verrühren/verquirlen
  3. Unter ständigem Rühren, mit dem Schneebesen, gaaaaaaaaanz langsam das Öl dazu geben. So entsteht, wie in meinem anderen Dressing beschrieben, eine homogene Masse. In dem Fall eine Mayonaisse
  4. Nun sollte auch der Speck ausgelassen sein. Diesen lasst ihr auf einem Küchentuch abtropfen.
  5. In der selben Pfanne werden nun die Toastbrot-Würfel angeröstet. Dabei legen sie zusammen mit etwas Knoblauch einen Tanz auf dem Olivenöl hin.
  6. Derweil könnt ihr den Salat in grobe Stücke zerpflücken
  7. Wenn alles fertig ist, können die Sachen alle miteinander vermischt werden. Als Zusatz kommt dabei noch der Parmesan ins Spiel. Mit ihm lässt sich der Salat aber später auch sehr schön dekorieren.

 

Et Voila. Das Ergebnis…

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