Irgendwann vor ein paar Wochen war ich mal auf der Suche nach Brotrezepten, die mir die Herstellung von Vorteigen anhand von Beispielen erklären können. Irgendwie fand ich im Internet immer nur theoretisches Hintergrundwissen, was dann wiederum bei so ziemlich allen Rezepten, die ich fand, missachtet wurde.
Bis zu dem Tag, an dem ich auf den Blog von Gerhard Kellner gestoßen bin. Auf seinem Blog Ketex – Der Hobbybrotbäcker macht er genau das, was ich schon lange gesucht hatte und mit seinem Motto trifft er voll ins Schwarze.
“Gutes Brot braucht seine Zeit”.
Aufmerksam geworden bin ich auf seinen Blog während der Suche nach Tips & Tricks für das Backen von Brötchen (mit Vorteig und langer Teigführung) auf Youtube. Für alle, die schon lange einen Blog suchen, der sich auf das Thema Brot spezialisiert hat, ist Ketex – Der Hobbybrotbäcker genau das Richtige.
Ich persönlich habe bereits drei seiner Brote nachgebacken. Naja, das Ergebnis war mehr oder minder gut. Ich hatte damals keine Brotkörbchen und auch nicht für jedes Rezept das richtige Mehl zur Hand. Nach einem Einkauf in der Mühle im Nachbarort sah das Ganze dann schon anders aus.
Eines der Brote hat es mir besonders angetan. Es ist einfach nachzubacken, nimmt nicht viel Zeit in Anspruch und schmeckt zudem noch sau gut. Ihr wisst ja “Was dr Schwob ed kennt, des isst’r au ed”. Aber in diesem Fall könnt ihr mir blind vertrauen. Das “Mediterrane Landbrot” ist der Hammer.
In den vergangenen zwei Tagen habe ich das Mediterrane Landbrot nochmals gebacken. Der Vorteig besteht aus einem Poolish, der das Brot besonders aromatisch macht. Das Originalrezept ist hier zu finden. Mein Rezept beinhaltet folgende Abweichungen:
- Im Originalrezept wird flüssiges Backmalz verwendet. Ich habe leider nur trockenes Backmalz zu Hause.
- Außerdem findet im Original Weizen-Anstellgut Verwendung. Das musste ich leider ganz weg lassen. Ich konnte bisher noch nicht herausfinden, wie man das herstellt. Zwar kenne ich das Pendant aus Roggenmehl, aber mit Weizenmehl habe ich das noch nie gesehen, zumal ich auch schon gehört habe, dass es damit garnicht funktioniert. Vielleicht kann Gerd in den Kommentaren ja selbst für Aufklärung sorgen
- Außerdem hatte ich erst nachdem ich schon angefangen hatte bemerkt, dass ich kein Dinkelmehl Typ 630 mehr vorrätig hatte. Dafür musste dann Weizenmehl vom Typ 812 her halten.
Mein Zeitplan für frisches Brot am Samstag Mittag sieht folgendermaßen aus:
- Freitag morgens um 5 Uhr den Poolish zubereiten
- 2 Stunden anspringen lassen
- Für mindestens 10 Stunden in den Kühlschrank stellen, d.h. abends nach der Arbeit ist er wieder einsatzbereit
- Freitag 18 Uhr: Zubereitung Hauptteig
- Hauptteig 12 Stunden in den Kühlschrank stellen
- Samtagmorgens um 8 kann dann mit dem Backen begonnen werden
- 1 Stunde den Teig akklimatisieren lassen
- Brot formen (430g Teig für 2 Landbrote. Rest wird in 3 Baguettes aufgeteilt)
- 90 Minuten zur Gare stellen
- ca. 30 Minuten Einschießen & Backen
- Die Brote sind dann ungefähr um 14 Uhr fertig (ausgekühlt)
Sodele, nun noch die (abgewandelten) Mengenangaben:
- Poolish
- 150 gr. Weizenmehl 550
- 150 gr.
Dinkelmehl 630Weizenmehl 812 - 30 gr. Roggenmehl 1150
- 330 gr. Wasser
- 3,3 gr. Frischhefe
- Hauptteig
- Poolish
- 300 gr. Weizenmehl 550
- 300 gr.
Dinkelmehl 630Weizenmehl 812 - 70 gr. Roggenmehl 1150
270 gr.290 gr. Wasser (etwas mehr wegen dem trockenen Backmalz)- 20 gr. Salz
- 1 EL
flüssigestrockenes Backmalz - 6,7 gr. Frischhefe
1 – 1 1/2 EL Weizen-ASG
Eine kleine Faustregel am Rande:
In einen Brotteig kommt (immer) 2% Salz bezogen auf die Mehlmenge.
Also bei 1000g Mehl, 20g Salz
Und eine Fotostrecke. Falls ihr noch keinen Hunger bekommen habt
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Poolish - Zutaten
Der Poolish ist ein ziemlich flüssiger Vorteig
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Poolish - Knetimpressionen
Den würde ich nicht von Hand kneten wollen
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Poolish - Knetimpressionen
Ziemlich flüssig, der Gute
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Poolish
In eine Platikdose, Deckel drauf, 2 Stunden bei Zimmertemperatur anspringen lassen und dann in den Kühlschrank damit
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Hauptteig
Nein, das ist kein Zuckerhut. Darf ich vorstellen? Das Backmalz
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Poolish nach Kalter Teigführung
Auch bei niedrigen Temperaturen und mit wenig Hefe fängt der Teig an zu arbeiten
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Poolish nach Kalter Teigführung
Ganz schön aufgegangen, der Kleine
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Teig nach weiteren 12 Stunden
Nach weiteren 12 Stunden Kalter Teigführung im Kühlschrank und einer Stunde bei Raumtemperatur kann weitergemacht werden
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Teig portionieren und schleifen
Teig zu je 430g portionieren (für Landbrot). Der Rest wird in drei Teile geteilt (Baguette)
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Teig ruhen lassen
Die geformten Bälle werden ca. 20 Minuten ruhen gelassen, damit sie sich entspannen. Tut man das nicht, ziehen sie sich beim Bearbeiten immer wieder zusammen
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Teigball für Landbrot
Nun kann das Brot geformt werden
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Teigball platt drücken
Dazu wird der Teigball platt gedrückt
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Fladen einschlagen
Durch das Einschlagen bekommt das Brot eine Oberflächenspannung
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Nochmal einschlagen
Das wird wiederholt. Nach dem Einschlagen immer Andrücken!
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Nochmal einschlagen
... und wiederholt
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Umdrehen und Naht schließen
Nun wird der Teig umgedreht....
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Naht schließen
... und die Naht geschlossen
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Naht anklopfen
Damit die Naht richtig schließt, wird sie angedrückt
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Brot in Tüchern zur Gare stellen
Das Brot wird wie Baguette geformt. An den Enden spitz zulaufend
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Baguette ebenfalls formen
Dasselbe wird mit den Baguettes gemacht und ebenfalls 90 Minuten zur Gare gestellt
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Ofen vorheizen
In der Zwischenzeit kann der Ofen auf 230°C aufgeheizt werden
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Brote nach der Gare
Die Brote sind schön aufgegangen
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Baguettes in Lochblech
Die Baguettes können schon mal auf das wellenförmige Lochblech gelegt werden
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Landbrot auf Holzbrett
Das Landbrot wird zum Einschießen auf ein bemehltes Holzbrett gelegt ...
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Einschneiden
... und mit einem Backmesser längs eingeschnitten
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Fertig zum Einschießen
Die Naht geht später richtig schön auf
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Einschießen und Einschwaden
Das Brot wird bei 230°C eingeschossen. Die Ofenwände werden kräftig mit Wasser besprüht.
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Backen
Die Brote werden so nun 15 Minuten gebacken ...
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Dampf ablassen
... dann wird der Dampf abgelassen und mit offener Türe weitere 10 Minuten gebacken
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Fast fertig
Nicht mehr lange, dann kann es raus
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Fertiges Brot
Wie versprochen: Die Naht ist sehr schön aufgegangen
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Fertiges Baguette
Das Baguette wird genauso gebacken. Sehr schön zu erkennen: 7 mal eingeschnitten, wie es sich gehört :-)
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Baguette-Impressionen
Da möchte man glatt reinbeißen
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Landbrot: Krume
Sehr schöne Krume. Lüftig, locker
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Baguette: Krume
Beim dünneren Baguette ist die Krume etwas feiner
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Mediterranes Landbrot
Ein Traum aus Mehl
Mediterranes Landbrot (spitz), 5.0 out of 5 based on 2 ratings
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Schlagwörter
Backmalz, Brot, Dinkelmehl, Hefe, Poolish, Roggenmehl, Weizenmehl


Hallo Jens,
herzlichen Dank für Deinen Bericht.
Weizensauerteig lässt sich ganz einfach herstellen, wenn man einen Roggensauerteig hat. Man nimmt 50 g Weizenmehl und 50 g Wasser und nimmt von seinem Roggensauerteig (Anstellgut) 5 g und mischt alles gut durch. Nach 16 Stunden bei Raumtemperatur hat man ein Weizensauerteig (Anstellgut). Die 5 g Roggenmehl darin machen nichts aus.
Viel Spaß beim Nachbacken
VG
Ketex/Gerd
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Super geworden!
Und klar funktioniert ein Weizen-Sauerteig. In meinem Brotkasten findest du jede Menge Rezepte damit:
http://www.petras-brotkasten.de/Brotrezepte.html
Die mit W bzw. Wfest gekennzeichneten Rezepte verwenden Weizensauerteig.
Du kannst ihn sogar ganz einfach aus Roggensauerteig herstellen: einfach ein paarmal mit Weizenmehl füttern. Ich nehme immer 40 g Wasser, 10 g Sauerteig und 40 g Mehl. Wenn du das über ein paar Tage immer wieder machst, bekommst du einen netten Weizensauerteig.
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Hey Petra und Gerd,
vielen Dank für den super Tip. Muss ich mal ausprobieren!
Grüße
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Was ich im Artikel vergessen hatte zu erwähnen.
Beim allerersten Mal, als ich das Brot gebacken habe, hatte ich ein Zeitproblem und musste die Brote länger als 90 Minuten zur Gare stellen.
Nach ca. 2,5 Stunden waren sie aber so stark aufgegangen, dass sie beim Einschneiden zusammenfielen. Außerdem hatte das Tuch, in dem die Brote zur Gare lagen, sehr viel Feuchtigkeit aus dem Teig absobiert.
Das Ergebnis war ein ziemlich hartes und flaches Brot. Nur so als Tipp, damit eifrige Nachbacker nicht in die selben Probleme laufen
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Na sowas – das Spitz hab ich auch schon etliche Male gebacken – wirklich ein tolles Brot. Überhaupt back ich grade viel Brot – und als Belohnung dafür werde ich mir im Frühjahr einen Holzbackofen in den Garten stellen – beim Anfeuern bist du dabei!?
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Au ja, das Brot ist wirklich toll. Gestern gab’s den Rest davon zum Käsefondue
Witzig, ich habe schon seit 2-3 Jahren ne Anleitung für einen Eigenbau zu Hause rumliegen. Leider aber noch kein Eigenheim. Wenn das alles iiiirgendwann mal geschafft ist, gibt’s für mich auch nen Ofen im Garten als Belohnung
Beim Anfeuern bin ich auf alle Fälle dabei. Halt mich auf dem Laufenden.
Grüße
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Nochmal zum Thema Weizensauerteig: nach Petras Gegenbeweis kannst du hier meinen nachvollziehen: http://www.ploetzblog.de/kategorie/weizensauerteig/
Das Landbrot von Gerd habe ich noch nicht nachgebacken, aber ich sollte es zumindest mal auf die lange Nachbackliste packen…
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Tolle Fotostrecke und ich finde das Rezept echt interessant. Ich hab’s ja gerade auch ein wenig mit dem Brotbacken. Nur am Holzbackofen fehlt’s noch ä bissle…
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Hi Tanja,
ja das Brotbacken…Zeit müsste man haben. Irgendwie finde ich gerade garkeine Zeit, um Brot o.Ä. zu backen. Wollte auch mal wieder eine richtig gute Pizza machen, mit Poolish und allem drum und dran.
Ja, der Holzofen fehlt bei mir auch noch. Ich dachte, ihr habt nen Holzofen? Was ist mit dem “Der Stolz des Herrn frullino…”?
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[...] Dazu passt selbstgemachtes Brot ganz gut. Am liebsten natürlich das mediterrane Landbrot [...]