Als vollblütiger Schwabe darf natürlich eines nicht fehlen. Ich kannte lange Zeit die selbstgemachten Maultaschen nur als die Variante ohne Brät. Meine Oma macht sie heute noch gerne selbst, leider ohne Brät, was zur Folge hat, dass sich viele der kleinen Herrgottsbscheißerle im siedenden Wasser in zwei Bestandteile trennen. Nämlich Nudelteig und Füllung.
Bei Heinz, dem Zunftmeister der Narrengilde aus dem Nachbardorf, gibt es meiner Meinung nach die besten Maultschen weit und breit. Dort hatte ich auch vor ein paar Jahren gelernt, dass die Maultaschen besser zusammenhalten, wenn man sie erstens “rollt” und zweitens Brät mit in die Masse gibt. Das Brät wirkt dann als Kleber und die Füllung löst sich nicht so leicht vom Nudelteig. Außerdem werden sie dann nicht so schrumpelig. Das kommt wohl daher, dass das Brät beim Kochen nicht so viel Volumen verliert, wie einfaches Hackfleisch bei dem das Fett herauskocht.
Lange Rede, kurzer Sinn. Heinz macht in der Fasnetszeit meines Wissens immer rund 2500 Maultaschen um die vielen hungrigen Mäuler zu stopfen. Und davon gibt es nicht Wenige, denn es hat sich schon weit herum gesprochen.
Erst letztens habe ich mich wieder daran erinnert, wie gut seine Maultaschen sind und dachte mir, die machst jetzt auch mal. Passt ja auch zeitlich gerade perfekt. Der Schmotzige Donnerstag ist ja bereits morgen
Zutaten
für 40 Maultaschen
| 1 kg | Nudelteig |
| 800 g | Rinderhack |
| 1000 g | Gemischtes Hackfleisch |
| 200 g | Gerauchte Schinkenwurst |
| 150 g | Speck, durchwachsen |
| 200 g | Zwiebeln |
| 10 EL | Weckmehl |
| 2 EL | Salz |
| 1 TL | Pfeffer |
| 1/2 TL | Muskat |
| 2 | Eier |
| 1 Bund | Petersilie |
| 200 g | TK Spinat |
Die Zusammenstellung der Zutaten entspricht ganz und garnicht dem Ideal. Hier musste ich leider improvisieren.
Nudelteig
Ok, zugegebenermaßen ist nicht alles selbstgemacht. Dieses Mal hatte ich einen fertigen Nudelteig gekauft, da die volle Konzentration auf der perfekten Füllung lag.
Füllung
Für die Füllung wollte ich eigentlich Fleischkäsbrät kaufen. Da sich aber irgendwie jeder Laden gegen mein Vorhaben verschwörte, musste eine Alternative her. Also startete ich den Versuch, das Brät selbst herzustellen.
Hmm, naja, ohne Kutter ist das etwas schwierig. Da musste dann der Zerkleinerer der Küchenmaschine herhalten. Wie erwartet war das Ergebnis natürlich kein feines Brät und damit auch die Maultaschen nicht so, wie ich mir das alles vorgestellt hatte. Vielleicht war aber auch einfach zu wenig Fett im Brät.
Zubereitung
Bei der Zubereitung hatte ich zwei Varianten ausprobiert. Bei der ersten Variante waren die Maultaschen an den Seiten offen, so wie sie Heinz auch immer macht. Leider musste ich dann feststellen, dass sich die Füllung sehr zusammen zog, weshalb die Seiten nicht nur offen waren, sondern auch die Maultaschen teilweise auseinander fielen. Dann versuchte ich Variante 2 und schloss die Seiten der Maultaschen. Die Füllung zog sich zwar immernoch extrem zusammen (Wahrscheinlich wegen dem fehlenden Brät), aber die Taschen fielen nicht mehr auseinander.
So, gnuag gschwätzt. Bilder sagen mehr als tausend Worte…
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Kutterersatz
Die Küchenmaschine als Kutterersatz
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Hackfleisch bereits etwas feiner
so richtig fein will das Hackfleisch aber nicht werden
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Speck ins Brät
Vielleicht wird das Brät besser, wenn mehr Fett drin ist?
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Etwas feineres Brät
Aber dennoch ist das Brät nicht wie gewünscht
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Zugabe von Spinat
Vielleicht macht der Spinat das Brät etwas geschmeidiger?
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Zwiebeln zum Brät
Zwiebeln würden das Brät eventuell ebenfalls etwas "schmieriger" machen. Mit bloßem, mageren Hackfleisch wird das nichts.
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Brät zu restlichem Hackfleisch
Naja, von Brät kann man da schon lange nicht mehr sprechen
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Eier und Weckmehl
Eier und Weckmehl komplettieren die Masse. Gewürze sind da natürlich ebenfalls mit drin
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Gut Durchkneten
Damit die Masse wenigstens ein bisschen homogen ist, wird die gut durchgemischt und geknetet
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Nudelteig ausrollen
Im Idealfall liegt dort dann selbst gemachter Nudelteig :-)
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Fertige Füllung
Nun ist auch die fertige Füllung bereit für ihr Schicksal
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Teig mit Wasser einsprühen
Besprüht man den Teig etwas mit Wasser, lässt er sich besser verarbeiten und klebt auch besser
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Teig
Sieht aus, wie auf einem Tapeziertisch
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Masse auf Teig verteilen
0,5cm - 1,0cm dick
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Teigbahn teilen
Die Teigbahn wird in 25cm breite Stücke geteilt
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Variante 1: Geteilte Bahn
Bei Variante 1 wird mit den Teilen erstmal nichts weiter unternommen
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Variante 1: Erstes Mal einschlagen
Die Bahn wird bei Variante 1 ohne Unterteilung eingeschlagen
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Variante 1: Rand abstreichen
Dann wird der Rand abgestrichen. Hierdurch klebt der Teig an den freien Stellen zusammen, wenn er umgeschlagen wird
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Variante 1: Maultaschen portionieren
Nun wird die gerollte Bahn in 4 Teile geteilt
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Variante 1: Maultaschen kochen
Die Maultaschen ziehen im (nicht kochenden) Wasser ca. 15-20 Minuten
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Variante 1: Schrumpelig und offen
Leider funktioniert die offene Variante ohne Brät nicht so gut. Die Füllung hat sich extrem zusammengezogen.
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Variante 2: Teigbahn bestreichen
Zweiter Versuch. 0,5cm - 1cm Masse auf den Teig
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Variante 2: Zwischenräume
Diesesmal werden auch die Ränder der Maultaschen geschlossen
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Variante 2: Umschlagen
Beim Umschlagen werden die Zwischenräume angedrückt
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Variante 2: Umschlagen & Andrücken
Die Zwischenräume der fertigen Rolle werden mit einem Kochlöffel angedrückt
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Variante 2: Unterteilen
Beim Unterteilen sind die Ränder noch geschlossen. Mal gespannt, was nach dem Kochen ist.
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Variante 2: Bereit für den Topf
Geschlossene Maultaschen auf der Wartebank
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Variante 2: Kochen
Die Maultaschen bleiben schön geschlossen
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Schrumpelig
Schrumpelig sind sie alle :-( Nächstes Mal dann doch Fleischkäsbrät kaufen
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Gerollte Maultaschen
Brät zieht sich zusammen und es entstehen Hohlräume
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Gebratene Maultaschen
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Nächstes Mal gibt’s die Maultaschen mit selbstgemachtem Nudelteig und Fleischkäsbrät. Dann gibt es hoffentlich einen positiven Erfahrungsbericht
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Schlagwörter
Fleisch, gemischtes Hackfleisch, Hackfleisch, Nudelteig, Rinderhack, Schinkenwurst, Speck, Spinat, Weckmehl, Zwiebeln
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Mhhh, das sieht aber lecker aus!!! Das schrumpelige finde ich nicht schlimm, Hauptsache es schmeckt!
)
Lieben Gruß aus Thüringen,
Bea
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