Innereien (vol. 2)

20. März 2012 - 1 Kommentar

Rezept: Scharfe Leber

Leber, Kutteln, Nieren und Hirn. Was gibt es darüber noch viel zu berichten? Tatsache ist, dass diese vier Worte heutzutage die meisten aufschrecken lassen und ein grauenvolles Bild aus dem Schlachthof vor dem geistigen Auge erscheint. Essen, ja gar genießen tut dies heute fast niemand mehr.

Ha! Weit gefehlt. Die Fangemeinde scheint größer als vermutet. Es gibt also noch Menschen mit Geschmack; auch in unserer Gesellschaft. Die einen würgen sich Pressfleisch und Analogkäse in den Rachen. Die anderen genießen das, wovon andere zurückschrecken. Doch wer wird mit kritischen Blicken beäugt? Leider nicht die Fastfood-Fraktion! Schade eigentlich. Aber es hat auch eine gute Seite. Oder wie wäre es, wenn Tiere nur noch wegen diesen “wiederlichen” Dingen gezüchtet würden und das Filet als Schlachtabfall deklariert wird? Verkehrte Welt? Alles eine Frage der gesellschaftlichen Erziehung!

Ich persönlich finde es gut, dass es nur wenige Menschen gibt, die auf Innereien abfahren. Dann bleibt schon mehr für mich!

In meiner Reihe “Innereien” möchte ich zeigen, welche Köstlichkeiten aus den verschiedenen Innereien gezaubert werden können.

In meinem letzten Artikel hatte ich über Kutteln berichtet. Heute ist die Leber dran. Dazu fand ich bei chefkoch.de ein sehr leckeres Rezept, bei dem selbst der Schöpfer davon überzeugt ist, dass damit auch ein Nicht-Leber-Fan plötzlich ganz anders darüber denken, ja möglicherweise sogar begeistert davon sein könnte.

Zutaten

600 g Leber, gewürfelt
500 g passierte Tomaten
Peperoni
3 Zwiebeln
500 ml Wein, rot
100 g Tomatenmark
Salz und Pfeffer
1 Lorbeerblatt
Rosmarin
Zucker
1 Schuss Essig
Olivenöl

Zubereitung

Zuerst werden die Zwiebeln etwas in Olivenöl angeschwitzt und dann die Leber hinzugegeben. Das Ganze wird sanft weitergebraten. Jedoch nicht zu scharf, sonst wird die Leber hart.

Leber & Zwiebeln anbraten

Dann gibt man die Peperoni hinzu und brät sie etwas mit. Ich konnte glücklicherweise auf eigene Peperoni zurückgreifen, die mein Vater letzten Sommer in Öl eingelegt hatte. Davon reicht ein Esslöffel.

Peperoni

Nach einer Weile löscht man mit den passierten Tomaten ab und rührt das Tomatenmark ein. Hier entsteht bereits eine sämige Soße.

Passierte Tomaten & Tomatenmark

Etwas weiterköcheln lassen und anschließend die Gewürze hinzugeben und nach und nach den Wein, aber in so vielen Intervallen und Kleinstmengen, dass der Kochvorgang nicht unterbrochen wird. Als Wein hatte ich einen Merlot verwendet.

Merlot

Bei geringer Hitze sehr lange köcheln und eindicken lassen. Das kann bis zu 2 Stunden dauern.

Ragout köcheln & eindicken lassen

Anschließend kann mit Zucker und Essig abgeschmeckt werden. Dabei sollte auf eine Süß-Saure Note geachtet werden. Das passt zur Schärfe im Ragout richtig gut.

Scharfes Leberragout



  • http://backenmachtfroh.blogspot.de Toni

    Super! Ich habe auch ein ähnliches Rezept für Lebergulasch, was ich gerne koche.