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Rhabarber

… und zusammen mit Erdbeeren direkt ein Highlight für mich im Frühjahr.

Ursprünglich aus dem Himalaya stammend, nannten die Römer ihn Rheum barbarum – Barbarenwurzel. Der uns bekannte und kultivierte Rhabarber wird auch als Gemeiner Rhabarber, Gewöhnlicher Rhabarber, Gemüse-Rhabarber oder Krauser Rhabarber bezeichnet.

Muss ich bei Ernte und Kauf etwas beachten?

Die Stangen einer Rhabarberpflanze dürfen niemals alle geerntet werden. Auch müssen sie stets herausgedreht und nicht abgeschnitten werden, da die Schnittstellen einen hervorragenden Nährboden für Krankheitserreger und Pilze bieten.

Beim Kauf von Rhabarber sollte man darauf achten, dass die Stangen fest und glänzend sind und die Schnittstellen nicht ausgetrocknet erscheinen. Wird der Rhabarber nach Ernte/Kauf nicht umgehend weiterverarbeitet, so hält er sich mehrere Tage, in ein feuchtes Tuch gewickelt, im Kühlschrank.

Ansonsten wird Rhabarber zumeist geschält (bzw. die äußeren Fasern vom Stielende her abgezogen) weiterverarbeitet und niemals roh verzehrt.

Die Jahresuhr des Rhabarbers

Die Knospen des Rhabarbers treiben im Frühjahr aus und die uns bekannten Blätter und Rhabarberstangen bilden sich.

Nach der unten beschriebenen Verjüngungskur sollte die Rhabarberpflanze aber in den ersten ein bis zwei Jahren nicht geerntet werden, damit die Blätter ausreichend Photosynthese betreiben und die Pflanze sich kräftigen kann. Auch in den Jahren der Ernte sollte immer nur etwa die Hälfte der Stangen entfernt werden, damit die Ernte im nächsten Jahr qualitativ und quantitativ nicht nachlässt.

Die Erntezeit beginnt im Mai und endet wie beim Spargel am 24. Juni, dem Johannistag. Im Gegensatz zu Spargel geht es hier jedoch nicht (nur) um die Regeneration der Pflanze, sondern vor allem um den im Jahresverlauf stark steigenden Oxalsäure Gehalt.

Sollte die Pflanze schon in dieser Zeit Blüten entwickeln, sollten diese Triebe herausgedreht werden, damit die Kraft für das Wachstum der Blätter bleibt.

Nach der Erntezeit bilden sich unscheinbare weiß-grünliche bis rosa Blüten aus, bevor im Spätsommer/Herbst alle oberirdischen Teile des Rhabarbers absterben. Diese abgestorbenen Teile sollten auch an der Pflanze belassen werden, da es sich quasi um hauseigenen Dünger handelt.

Das Pflanzenwachstum kann zwar durch zeitweise Abdunklung der ersten Triebe erhöht werden, allerdings kostet dies auch viel Kraft und ist deswegen nur bedingt empfehlenswert.

Doch was macht die Oxalsäure, dass ich ab Ende Juni auf frischen Rhabarber verzichten muss?

Oxalsäure wird über den Urin ausgeschieden und ist in größeren Mengen nierenschädlich. Ab einer zu hohen Menge im Urin steigt auch das Risiko der Bildung von Nierensteinen merklich. Auch vermindert Oxalsäure die Eisenaufnahme im Darm und kann bei empfindlichen Menschen zu Magen-Darm-Beschwerden führen.

Zudem fällt sie Calcium aus dem Körper aus, wirkt also wie andere Säuren auch angreifend auf den Zahnschmelz. Hier kann jedoch bis zu gewissen Mengen die Kombination mit Milchprodukten Abhilfe schaffen: Das Calcium in der Milch verbindet sich mit der Oxalsäure zu Kalziumoxalat, sodass die Oxalsäure den Körper nicht mehr angreift.

Grundsätzlich sollte Rhabarber nie roh verzehrt werden, da der Oxalsäure Gehalt ohne Erhitzung merklich höher ist. Bei Gicht-, Rheuma-, Arthritis- oder Nierenerkrankten ist auch in gekochtem Zustand Vorsicht geboten.

Und um hier keinen zu negativen Eindruck zu vermitteln: Rhabarber ist kalorienarm und sehr gesund – er hat unter anderem einen hohen Gehalt an den Vitaminen C & K sowie an Kalium.

Alle 10 Jahre steht eine Verjüngungskur auf dem Plan – und immer gut gießen

Wird Rhabarber ausgesät, so bildet er nach der Keimung zunächst die sogenannte Primärwurzel, die sich zu einer Art Rübe und im zweiten Jahr zu einer Knolle verdickt. In den weiteren Jahren verdicken sich auf die selbe Weise auch die Seitenwurzeln, sodass sich ein Netzwerk aus Knollen, ein Rhizom, bildet.

So erfolgt auch die Vermehrung hauptsächlich vegetativ durch Teilung dieser Rhizome. Denn eine Rhabarber-Pflanze sollte mindestens alle 10 Jahre ausgegraben und an einen neuen Platz gesetzt werden, wobei die Pflanze auch gleichzeitig verjüngt werden sollte.

Der beste Zeitpunkt hierfür ist im Herbst oder zeitigen Frühjahr.

Zunächst wird hierfür die bestehende Rhabarber-Pflanze ausgegraben und das Rhizom in ca. 1 kg schwere Stücke unterteilt, wobei jeweils mindestens 1 Knospe an jedem Stück vorhanden sein sollte.

Der Standort für eine Rhabarber-Pflanze sollte sonnig bis halbschattig sein und der Boden, in den die Rhizome wieder eingesetzt werden, tiefgründig sowie gut feucht, Staunässe sollte sich jedoch nicht bilden können.

Am neuen Standort zunächst pro Rhabarberpflanze eine Fläche von 1m x 1m einplanen und ein ca. 70 cm tiefes Loch ausgraben. Diese Erde zunächst von Wurzelresten befreien und anschließend mit Kompost/Laubhumus und gegebenenfalls Hornspänen vermengen. Dies erhöht nicht nur die Nährstoffmenge im Boden sondern auch die Speicherkapazität von Wasser. Die Erd-Humus-Mischung wird wieder in das Loch gegeben und das Rhizom (Schnittflächen sollten gut abgetrocknet sein) so einsetzten, dass es von ausreichend Erde bedeckt ist. Dann gut angießen und stets feucht halten.

Ansonsten ist Rhabarber sehr pflegeleicht und winterhart.

Und noch ein Gärtnertipp

Neben der düngenden Wirkung der Rhabarberblätter können diese auch durch ihre Oxalsäure als Pflanzenjauche zur Bekämpfung von Blattläusen eingesetzt werden.

Hierzu schneidet man zunächst die Blätter klein und gibt hiervon 1 kg zu 1 Liter Wasser.

Nachdem dieser Sud mindestens 24 Stunden gezogen ist, wird er abgeseiht und für ca. 5 Minuten geköchelt.

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